Täglicher Archiv: Boilies

R&L Baits am Chateliers

Vorwort

Über das Thema „Fischen an Pay Lakes“ wurden in den vergangenen Jahren viele negative Zeilen verfasst und immer wieder als das „einfache fischen“ an überbesetzen Seen abgestempelt.

Doch wie ist es denn tatsächlich?

Wer von uns hat es bislang noch nicht probiert an kommerziell betriebenen Gewässern das bisschen Zeit zu verbringen, welche uns zum Fischen bleibt. Wir sind der Meinung, dass es mittlerweile nicht nur eine echte Alternative zum „ normalen“ fischen an den vereinseigenen Seen oder der oftmals völlig überfüllten bekannten Öffentlichen Gewässer im In- und Ausland ist, sondern schon längst ein fester Bestandteil der modernen Karpfenangelei geworden ist. Wir von R&L Baits sind bereits seit einigen Jahren Fans der Fischerei an kommerziellen Gewässern. In den letzten Jahren hat sich das Angebot verschiedenster Gewässer erheblich vergrößert und bietet nahezu für jeden das passende Gewässer, welches man mit seiner persönlichen Angelei kombinieren und optimieren kann.

Seit fast 8 Jahren befischen wir von R&L Baits nun bereits regelmäßig unterschiedliche Seen aus dem Programm von The Carp Specialist. Wir sind immer wieder begeistert von dem erstklassigen Service, den Jeroen und sein Team seinen Kunden bietet. Mittlerweile sind Reisen an  kommerziell betriebene Gewässer ein fester Bestandteil unserer Angelei geworden.  Wir befischen gerne Seen, gelegen in naturbelassener Umgebung. Jedes Gewässer bringt eine neue Herausforderung mit sich, die wir annehmen und uns genau so zum Ziel setzen, Fische zu überlisten, wie wir es an nicht kommerziellen Gewässern tun. Gerne bereisen wir die neuen Gewässer aus dem Programm von The Carp Specialist, die für uns eine besonders große Herausforderung darstellen. Informationen sind nicht in Überfluss vorhanden und somit ist die Angelei immer wieder mit vielen Überraschungen verbunden.

Nach einem turbulenten 2. Halbjahr 2017 standen für uns in diesem Jahr gleich zwei Wochen wohlverdienter Angelurlaub auf unserem To do Zettel. Jedoch waren wir uns in keinster Weise sicher, in welche Richtung es in diesem Jahr gehen sollte. Der Unterschied in diesem Jahr war, dass wir ein Gewässer suchten, an dem wir mit einer unserer neuen Freshbaitrange abschließende Fieldtests durchführen konnten. Ein ausgewogener und vor allem natürlicher Fischbestand ist  für uns bei solchen Reisen essentiell um aussagekräftige Resultate zu erzielen. Ein spontanes Telefonat mit Jeroen war wieder einmal sehr Informativ und wir waren wie immer bestens beraten. Unsere Vorlieben und Voraussetzungen wurden bei der Wahl des Gewässers erneut vollkommen berücksichtigt.  Die Auswahl fiel auf den Etang des Chateliers, gelegen in Westfrankreich. Ein Naturgewässer, welches seit Juli 2017 neu im Programm von The Carp Specialist geführt wird.

Das Gewässer ist sehr ländlich gelegen und bietet einem ein sehr abwechslungsreiches Gewässerprofil. Auf rund 24 ha. Wasserfläche erstrecken sich drei Arme, die völlig unterschiedliche Strukturen bieten und entlang der Ufer nur 11 Angelstellen angelegt sind. Hier wird noch darauf geachtet, dass der Angler einen möglichst großen Bereich hat, den man intensiv und ungestört befischen kann.

Der Etang des Chateliers ist wie so viele Seen in Frankreich, einer der kleineren „Stauseen“, der im 18. Jahrhundert als Nutzgewässer angelegt wurde. Er wird aus zwei Frischwasserbächen gespeist und zum tieferen Ende des Sees gestaut. Die Flussbetten erstrecken sich in mitten zweier Arme, die gleichzeitig die flacheren Bereiche des Sees bilden. Der dritte Arm im Bereich des „Staudammes“ ist wie bei vielen anderen Seen ebenfalls der tiefere Bereich.

Die verschiedenen Seebereiche bieten alle sehr unterschiedliche Gewässerstrukturen, die sich nicht nur in Punkto Wassertiefe unterscheiden.

Jean Paul und Delphine sprechen sogar davon, dass sie drei Seen in einem besitzen.

Die drei verschiedenen Seebereiche unterscheiden sich so sehr voneinander, dass wir empfehlen seine Plätze sorgfältig mit dem Schlauchboot, Echolot und einer Klopfrute oder Stange zu begutachten… es lohnt sich.

Bereiche im Schlamm, die Unmengen an Bloodworms beheimaten, kiesige Untergründe, m² große Granitfelsen oder überhängender Busch- und Baumbestand am Ufer machen es dem Angler nicht gerade einfach, einen für sich ansprechenden Bereich für seine Montagen zu finden. Nicht zu vergessen sind die Bereiche (Platz 4 und 8) die großflächig mit Seerosen bewachsen sind oder ein uriger Baumbestand, welcher im Wasser beheimatet ist. Diese Bereiche sind natürliche Hotspots, die von den Fischen regelmäßig angeschwommen werden. Bei unserem Aufenthalt konnten wir den See aufgrund der nicht ausgelasteten Buchungen sehr gut erkunden und waren erstaunt, welche Möglichkeiten einem an diesem See geboten werden.

Wir besuchten Delphine und Jean Paul am Etang des Chatelier von Mitte bis Ende April. Eine gefährliche Zeit aufgrund des Laichgeschäftes der Fische, die durchaus negativen Einfluss auf den Fangerfolg haben kann. Jedoch kann sich die Zeit vor dem Laichen durchaus auch positiv auf den Fangerfolg auswirken, insofern man die richtigen Tage erwischt, so der Gedanke bei der Terminwahl. Wir haben für 14 Tage Urlaub strategisch der Jahreszeit entsprechend die Platzwahl getroffen. Platz 4 im kleineren der beiden flachen Arme und Platz 5 im Delta des Sees. Beide Abschnitte bieten zum einen eine riesige Wasserfläche, die beangelt werden kann und zum anderen konnten wir nach intensiver Begutachtung feststellen, dass diese beiden Plätze eine ganze Menge Hotspots beherbergt, die das beangeln in keinster Weise langweilig gestaltet. Wassertiefen variieren von 0,60 m bis hin zu 2,10 m und bieten die Möglichkeit die Zugruten der Fische ausfindig zu machen und schlussendlich den ein oder anderen Karpfen zum Landgang zu überlisten.

Die Fische am Chateliers sind unglaublich aktiv und legen große Strecken zurück, um an den bereits erwähnten attraktiven, natürlichen Bereichen Nahrung aufzunehmen. Es ist von Vorteil seine Angelei am Chateliers aktiv und futtertaktisch zu betreiben. Futterplätze, die eine Zeitlang Fisch produzieren, können sich schnell als unproduktiv entwickeln. Hier entscheidet die Taktik und vor allem der Einsatz qualitativ hochwertiger Futtermittel. Das Fallen stellen mit hoch attraktivem, visuellem aber wenig Futter war sehr hilfreich und bewährte sich als eine sehr gute Möglichkeit Bereiche zu finden, die am Chateliers anscheinend regelmäßig von Karpfen zur Nahrungsaufnahme aufgesucht werden. Ein absoluter Pluspunkt für diese Art und Weise der Köderpräsentation am Chateliers ist zweifellos ein Baitboot, welches in Bereichen zum Einsatz kam, wo werfen unmöglich gewesen wäre. Ebenso unmöglich gestaltet sich das füttern auf Distanz geringer Mengen an feinem Futter. Der Einsatz von Schlauchbooten bringt grundsätzlich Unruhe mit sich, die ggf. auf den verschiedenen Spots eine eher kontraproduktive Auswirkung auf den Fangerfolg haben würde.

Produktive Spots haben wir regelmäßig, aber sparsam und zentral mit dem Futterboot per GPS-Autopilot gefüttert, jedoch Zeitweise nicht beangelt. Ziel war es, das Misstrauen der Fische durch gespannte Schnüre und Unruhe gefangener Fische etwas zu minimieren. Der Plan wurde zum Schlachtplan, denn unsere Plätze wurden weiterhin als natürliche Fressplätze akzeptiert und wir konnten nach einigen Tagen bereits regelmäßig Fische auf den Plätzen fangen. Mit der steigenden Anzahl der Fänge erhöhten wir erst die Menge an Futter (Boilies) und vergrößerten die Futterplätze im Anschluss mit dem Schlauchboot um einige m². Zum Einsatz kamen in den ersten Tagen Futtermischungen aus verschiedenste Patikelködern, wie Dosenmais, Hanf und Tigernüssen, halben und zerkleinerten CIB Freshbaits gesoakt in unserem Cloudy Juice Liquid. Die Futtermischungen wurden mit Zunahme der Läufe nach und nach mit mehr Freshbaits gemischt und großflächiger gefüttert. 

Die alles entscheidende Voraussetzung für diese Taktik ist, Futtermittel zu verwenden, die zum einen von Karpfen gut verwertet werden können um zum anderen den Fischen eine dauerhaft potentielle Nahrungsquelle bieten. Wir fingen auf den Spots die meisten Fische auf denen wir diese Taktik angewandt haben. Deutlich zu beobachten war, dass eine Vielzahl der gefangenen Fische unsere gefütterten Freshbaits auf der Matte ausgeschieden hatten und uns somit bestätigten, dass die Fische unsere Futterplätze kompromisslos akzeptierten. 

Die Bisse, welche am Anfang der Session eher zögerlich und vorsichtig kamen, wurden zu Läufen mit Dauerton. Ein durchaus positiver Nebeneffekt ist, dass es am Chateliers keinerlei Beifänge gibt. Lästige Großbrassen oder Welse blieben in den zwei Wochen komplett aus.

Der Fischbestand des Chateliers ist laut Inhaber Jean Paul und Delphine mehr als hervorragend. Im Etang des Chateliers sind etwa 750 bis 800 Karpfen Zuhause. Der Besatz ist nach eigener Erkenntnis grandios, es gibt alle Arten von Karpfen in diesem Gewässer mit einem beachtlichen Durchschnittsgewicht. 

Unsere gefangenen Fische wogen zwischen 12,3 kg und 22 kg, wobei zu erwähnen ist, dass 28 Fische zwischen 16 kg und 18,5 kg wogen und in einem tadellosen, kampfstarken Zustand waren. Gefangene Graskarpfen, die wir an den Haken bekamen, brachten ebenfalls ein Durchnittsgewicht von rund 15 kg auf die Waage. Insgesamt konnten wir in 12 Angeltagen (6 Tage mit 3 Ruten/6 Tage mit 6 Ruten) über 40 Fische auf die Matte legen.

Das Ergebnis ist mit einem solch hohem Durchschnittsgewicht mehr als beachtlich. In einigen Gesprächen mit Delphine und Jean Paul sind in den nächsten Jahren weitere interessante Besatzmaßnahmen aus eigener Zucht geplant.

Für die Angler von uns, die auf etwas mehr Luxus stehen, mit seiner Frau oder Familie ans Wasser reisen möchten, gibt es am Chatelier ebenfalls die Möglichkeit ein Chalet zu buchen welches ausreichend Platz und Luxus bietet eine angenehme Woche Angelurlaub zu verbringen. Die Einrichtung am Chatelier ist mehr als ausreichend und sehr gepflegt. Das Haupthaus, indem eine kleine Kochecke, Kühlschränke und Truhen zur Verfügung stehen ist sehr liebevoll und ordentlich eingerichtet. Es besteht die Möglichkeit sich bei einem Kaffee, Tee oder Bier mit den Kollegen oder Delphine und Jean Paul auszutauschen. Batterien und Ladestationen können ebenfalls im Haus genutzt werden und ein kleiner Tackle- und Baitshop mit dem nötigsten Material ist ebenfalls vorhanden. Die Duschen sind sehr sauber, geräumig und vom WC getrennt.

Der Top Service am Chateliers fängt bereits vor dem Urlaub an. E-Mails, die wir bezüglich diverser Informationen vorab an Delphine gesendet haben wurden prompt und informativ beantwortet.

Delphine spricht wirklich gutes Deutsch und steht gemeinsam mit Ihrem Mann Jean Paul mit Rat und Tat zur Seite. Man erhält informative Tipps rund um das fischen am Etang des Chateliers. Genial ist ebenfalls die Kommunikation via Whats App während des Aufenthaltes mit Delphine, wir wurden z.B. regelmäßig über Fänge oder freie Plätze informiert, wenn wir es wissen wollten. Alles in allem ist der Service am Chateliers mit Abstand der freundlichste und beste, den wir an einem kommerziell betriebenen Gewässer erlebt haben.

Fazit:

Der Chatelier ist ein Gewässer, das eine Reise zu 100% Wert ist und einen sehr interessanten Fischbestand beherbergt. Es ist zu beachten, dass produktives Fischen an diesem Gewässer den Einsatz von einem Boot mit Motor und Echolot erfordert. Wer keines besitzt, kann es sich vor Ort für eine kleine Gebühr leihen. Des Weiteren ist zu erwähnen, dass die Angelei am Chateliers eine anspruchsvolle Aufgabe ist. Eine gewisse Erfahrung ist hier vorausgesetzt und trotz einem beachtlichen Fischbestand werden euch die Fische nicht von alleine in den Kescher schwimmen. Das Angeln am Chateliers würden wir als aktives und taktisches Angeln bezeichnen. Wer ein anspruchsvolles Gewässer in unglaublich schöner Natur erleben möchte ist an diesem Gewässer bestens aufgehoben. Ihr werdet den Aufenthalt genießen.

 

Wir hoffen euch den Etang des Chateliers anhand unserer praxisorientierteren Erfahrungen etwas informativer vorgestellt haben und die Entscheidung an dieses Gewässer zu reisen etwas erleichtert zu haben.

Eurer R&L Baits