Shortsessions:

Mein Saisonstart dieses Jahr war für meinen Geschmack relativ spät. Konnte ich im vergangenen Jahr schon im Januar die ersten Fische überlisten, bedeckte dieses Jahr eine dicke Eisschicht die Seen meiner Region bis Mitte März. Doch pünktlich zur erlösenden Eisschmelze hatte ich das Glück, bei einem Gewinnspiel von twelve ft. in Zusammenarbeit mit R&L Baits, 20kg von den überarbeiteten Tangerine Honey 2.0 zu gewinnen.

Bis zu meiner ersten längeren Session vertrieb ich mir so meine Zeit an einem ca. 3ha großen Weiher. Schon in den ersten Kurzsessions brachte mir dieser instant Boilie gute Erfolge. Zusammen mit Dosenmais und halbierten oder gecrushten Boilies platzierte ich meine Ruten in den Flachwasserbereichen des Sees.

Abgerundet

Als Hakenköder kamen entweder die passenden Wafter oder ein einzelner 16mm Boilie mit Fakecorn zum Einsatz. Fast immer ummantelte ich meine Köder noch mit der Baitpaste, um extra Attraktion an meinen Hakenköder zu bringen.

Aufgrund von Abiturvorbereitungen kam ich auch in den folgenden Wochen „nur“ zu Kurzsessions. Zu meiner Verwunderung konnte ich in der kurzen Zeit schon die ersten Doppelfänge in meinem Fangbuch vermerken. Zu einem ist es ein gutes Zeichen, dass das Futter gerne gefressen wird. Doch auf der anderen Seite, kann der allgemeine Fischbestand des Sees nicht mehr so groß sein.

Osterwahnsinn:

Das lange Osterwochenende gilt wohl für die meisten Karpfenangler als der Startpunkt für die neue Saison. Die Wetterfrösche prophezeiten sommerliche Temperaturen und so würde sicherlich jeder an den See fahren. Ich entschied mich dazu den Vorteil meiner Osterferien zu nutzen und dem großen Trubel gekonnt aus dem Weg zu gehen. So fuhr ich erst am Dienstag danach an mein diesjähriges Jahreskartengewässer. Nach etlichen Autobahnkilometer kam ich endlich an einem mittelgroßen Baggersee an. Es stand nur noch ein anderes Camp am ganzen See und das sollte sich die nächsten Tage auch nicht ändern.

Da ich dieses Gewässer bis dato noch nicht befischt hatte, suchte ich mir eine eher zentral gelegenen Stelle. Nachdem mein Camp stand drehte ich eine große Runde mit dem Echolot um mir ein klares Bild von dem Bereich vor mir zu machen. Eine Klopfrute um die Bodenbeschaffenheiten zu erkunden darf meiner Meinung nach bei der Spotsuche nicht fehlen. Und so fand ich zwei für mich passende Spots und legte dort meine Ruten ab. Da ich nichts über den Weißfischbestand wusste entschied ich mich dazu erstmals nur mit ein paar Händen Boilies zu füttern.

Der erste Tag verlief leider ruhig. Vor dem Schlafengehen kontrollierte ich nochmal die Ruten, damit auch alles passt und ich mich beruhigt hinlegen konnte. Bis spät in den Abend hinein saß ich noch am See und beobachtete das Wasser. Langsam begannen sich auch die ersten Karpfen durch springen zu verraten. Nur eine kurze Zeit, nachdem ich es mir auf der Liege bequem gemacht hatte, lief auch schon die erste Rute ab. Nach einem kräftigen und langen Drill lag der erste Fisch auf der Matte. Ein Schuppi mit knapp 15kg bescherte mir einen super Einstand an diesem See und war der Startschuss einer genialen Session.

In der Nacht und dem Tag darauf konnte ich noch weitere schöne Fische landen. Die Wetterbedingungen waren ideal. Ein milder Wind aus Westen durchmischte das Wasser und der Luftdruck blieb konstant auf Normalwert. Aufgrund der darauffolgenden Fischaktivität schraubte ich die Futtermenge ein wenig nach oben und  blieb, wegen des Erfolges, weiterhin dabei nur Boilies zu füttern. Bis zur zweiten Nacht konnte ich so schon 7 Fische auf der Habenseite verbuchen. Die Ruten wurden wieder frisch gemacht und ich startete mit gutem Gefühl in die zweite Nacht. Am Abend hatte ein sehr starker Wind das Wasser nochmal so richtig aufgewühlt. Während ich hoffte, dass mein Zelt nicht gleich abhebt, wusste ich schon, dass diese Nacht bestimmt nicht ruhig verlaufen würde. Und so sollte es auch sein. Zweimal holte mich der Dauerton meiner Bissanzeiger aus dem warmen Schlafsack. Nach einem erneut kräftigem Drill konnte ich meinen Kescher unter einen massiven Spiegelkarpfen schieben. Auf der Matte zeigten sich dann seine wahren Ausmaße. Bei knapp unter 17kg blieb der Zeiger der Waage stehen. Es war somit mein zweitgrößter Karpfen, welchen ich je in Deutschland fangen konnte. Ich war jetzt schon überglücklich, aber als ein paar Stunden später ein wunderschöner Zeiler auf meiner Abhakmatte lag, war diese erste Session an einem für mich neuen Gewässer einfach perfekt!

In diesem Sinne, tight lines! Haut was raus.

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