Lange fieberten wir beide dem Abfahrtstermin entgegen. Vorbereitungen wurden in jeglicher Form getroffen, wobei ein Hauptaugenmerk bei uns immer auf dem verwendeten Futter liegt. Gerade die viel beangelten Fische in den Paylakes wissen qualitativ hochwertiges Futter in angepassten Mengen zu schätzen. Man darf nie vergessen, dass man zumeist in unmittelbarer Konkurrenz zum nächsten Swim und somit auch Futterplatz liegt und wie so oft im Leben – am Ende setzt sich Qualität immer durch. Um auf Nummer Sicher zu gehen nahmen wir für die bevorstehenden zwei Wochen gut 100 Kg Crazy Shit und 50 Kg Cibana Freshbaits mit die ich mir in extra weiß von Rene habe rollen lassen. Der visuelle Effekt ist gerade im Frühjahr vor der Laichzeit manchmal der ausschlaggebende Faktor für den Erfolg. Meiner Erfahrung nach ist es jedoch oft von Vorteil nicht nur den Hakenköder auffällig zu gestalten, sondern auch im Futter einige auffällige Akzente zu setzen. Für den Fall der Fälle rollte ich mir in unseren heiligen Hallen auch noch ein paar Kilos Big Balls zwischen 30 – 45 mm. Mit solchen Kanonenkugeln hebe ich mich nicht nur ziemlich sicher von jedem anderen Angler am See ab, sondern halte mir auch die Möglichkeit offen, eine Rute samt selektivem Beifutter bis zu 4 Tage liegen zu lassen. Bei der Jagd auf die ehr selten gefangenen Exemplare eine gute Taktik.
Nach dem alles perfekt Vorbereitet war, der Bus schon bis unters Dach gepackt war ereilte uns danndoch noch ein echter Schicksalsschlag: Mein treuer vierbeiniger Angelkollege wurde in der Endphase des Bepackens von einem anderen Hund so heftig attackiert und gebissen, dass unser nächstes Ziel nicht in Frankreich, sondern bei dem tierärztlichen Notdienst lag. Gottseidank konnte Buddy wieder zusammengeflickt werden und wir die Tour mit etwas Verspätung doch noch antreten.

Das erste Ziel, der legendäre Lac de Villedon im westlichen Frankreich ist mir kein unbekanntes Wasser, daher wusste ich genau was hier möglich ist und entsprechend hoch waren meiner Erwartungen. Doch in den ersten zwei Tagen und Nächten wurde unsere Geduld auf eine harte Probe gestellt: Nicht ein Fisch ließ sich auf unseren, strategisch günstig gelegte Fallen überlisten. Nachdem wir einige, teils richtig gute Fische im laufe der Tage im tieferen Teil des Sees springen sahen, entschlossen wir uns am dritten Tag eine freie Stelle in diesem Bereich zu beziehen. Hier muss ich auch nochmal erwähnen, dass bei all meinen Trips an französische Paylakes es IMMER möglich war bei Bedarf und nach Absprache den Platz zu wechseln. Dies wird ja oft als KO-Kriterium von vielen Paylake-Gegnern aufgeführt und kann ich mit meinen persönlichen Erfahrungen so wiederlegen. Diese Entscheidung sollte sich auch dieses Mal als goldrichtig herausstellen: In den uns verbleibenden 4 Tagen am Villedon konnten wir mit gemeinsam mit einem befreundeten Pärchen 13 Fische von denen die Hälfte die 20 Kg Marke knackte mit einem Topfisch von 26,5 Kilo. Auffällig war hier, dass wir ausschließlich auf gänzlich unbehandelte Crazy Shit Murmeln aus der Tüte oder Wafter aus der Dose fingen. In irgendeiner Form mit Liquid, Extrakten oder Powdern behandelte Baits brachten keinen einzigen Biss. Vermutlich verbinden die Fische an solch starkt befischten Seen Köder die einfach zu attraktiv sind schneller mit Gefahr. Auch wenn uns der Abschied vom See und von Freddy und Freundin Uschi schwer fiel, so freuten wir uns doch auch schon wahnsinnig auf unsere Ankunft am Etang des Chateliers.

 

Die Tage hier vergingen wie im Flug und wir groovten uns so richtig ein, fingen schöne Fische undhatten einfach eine gute Zeit – so sah Urlaub nach unserem Geschmack aus. Als die Rute auf knapp 350m Entfernung am 5 Tag mal wieder durch einige Pieper und eine Vollkrümmung der Spitze einen Biss vor dem Seerosenfeld ankündigte wusste ich bereits nach dem Aufnehmen der Rute, dass ich da etwas besonders gehakt hatte. Einmal beim Fisch angekommen begann der Tanz dann so richtig. Eine brachiale Flucht folge die nächste und der Fisch zog mich kreuz und quer durch die Rosen. Zum Glück hielt der FOX Edges Armapoint Hook am Ronnie-Rig wie genagelt im Maul der schuppigen Schönheit, die ich nach einer gefühlten Ewigkeit endlich über die Maschen meines Keschers ziehen konnte. „Yeeeeessss!!!“ Was für ein geiles Teil war das denn bitte?! Allein die Größe war schon beeindruckend, doch dieser ganz besondere Ghost-Look machten dieses 24 Kilo Brett zu einem echten Traumfisch und definitiv zum Highlight unserer diesjährigen Frühjahrstour. Wenn uns auch die anstehende Rückkehr in die Zivilisation nicht gerade fröhlich stimmte, so stand doch eines sicher fest: von diesen gemachten Erlebnissen und teils erholsamen Tagen können wir noch lange zehren…zumindest bis es im Juni wieder losgeht!

Ein ganz besonderes Dankeschön an dieser Stelle an den phänomenalen Service den wir immer wieder am Chateliers sehr schätzen und genießen, macht weiter so…

Beste Grüße

Daniel Wysdak

Fieldtester R&L Baits

 

 

Bock auf natur pur ?

Wir können euch einen Aufenthalt am Étang des Châteliers sehr empfehlen, wenn ihr etwas außergewönliches sucht. 

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