Lasset die Spiele beginnen !

Gemeinsam mit meinem Angelbuddy Mike ging es im April an einen mittelgroßen See im SüdenEuropas. Die Fische hier werden 24/7 365 Tage pro Jahr beangelt. Dauerhaft 100 Schnüre im Wasser ist an diesem sonst sehr naturbelassenen See Normalzustand. Zugegeben war ich zur Geburtsstunde der Idee, an diesen See zu fahren, selbst noch skeptisch und noch nicht ganz im Reinen mit mir. Schließlich sind gerade die großen Fische solcher Pools unglaublich abgezockt und haben über die Maßen sensible Antennen um unsere Fallen zu enttarnen. Erschwerend hinzu kam, dass an diesem Gewässer weder Boote noch Futterboote erlaubt sind.
 

-Es hieß also „back to basics“

 
Genauestes Loten, Markern und Abtasten musste alle nötigen Informationen liefern. Ergo schien auch die Platzwahl eine entscheidende Determinante zu sein. Im April ist es dort im Süden allerdings schon so warm, dass die Fische ihre Winterbereiche verlassen und zum Fressen Strecke machen. Die Herausforderung war nun vielmehr die Fische, und besonders die erfahrenen Kameraden, davon zu überzeugen, auf UNSEREM Futterplatz zu speisen! In den letzten Monaten hatten wir uns bereits an anderen schwierigen Gewässern von unseren Strategien und der passenden Futtertaktik überzeugen lassen. Mehrere Tests an völlig neuen Gewässern zeigten deutlich, dass nicht nur die „Angelnachbarn“, sondern auch die Fische schnell bemerkten, was für Schätze sich in unseren Baitbuckets und Toolboxen befinden. Solche Erfahrungen liefern natürlich das letzte Quäntchen Vertrauen und Entschlossenheit!
Entschlossenheit, die man dringend benötigt, wenn man an solchen Gewässern Big Points einholen will!
 

Freshness MEETS CARPS!

  1.  
 
Die Vorbereitungen begannen schon einige Monate vor dem Trip. Uns war klar, dass wir uns mit den ausgewählten Freshbaitsorten (BEAST & SOLUTION) schon von der breiten Masse abheben würden.Trotzdem wollten wir nichts dem Zufall überlassen, da wir im Vorfeld schon von vielen verzweifelten Heimkehrern hörten, die keinen großen Fisch überlisten konnten. Pimp your Baits war angesagt:
Unsere Beast und Solution in 20 und 24mm (einzelne 30mm als Hookbait für den Fall der Fälle) bekamen also ein Attraktoren Boost. Wir pimpten die eine Hälfte der Baits mit einer Mischung aus zähflüssigem NATURAL ADDITIV GLM (gibt den Boilies einen vor Attraktoren strotzenden unvergleichlichen grünen Film) und dem etwas dünnflüssigeren BEAST LIQUID (sorgt für eine gleichmäßigere Verteilung der Additive). Die andere Hälfte versetzten wir mit dem passenden Solution Dip und gaben noch etwas NATURAL ADDITIV HYDRO LIVER hinzu, um eine möglichst schnelle Lockstofffreigabe im Wasser zu erreichen.
 
Gepaart mit den schnell arbeitenden Solution-Murmeln ist dies eigentlich eine Instant- Geheimwaffe!
 
Doch wollten wir uns genau diese Eigenschaften und das hochwertige Nährstoffprofil des Flagschiff-Boilies zu Nutze machen, um die besonders scheuen Fische zu überlisten! Das fast tägliche „shaken“ des Mixes, damit alle Boilies gleichmäßig benetzt sind, wurde fast zum Ritual. Bei jeder Kontrollöffnung des Eimer spürte ich meine Mundwinkel jedes Mal aufs Neue schlagartig nach oben schnellen!
 
Bewaffnet bis unter die Zähne mit hochattraktiven Baits ging es Richtung Süden. Nach einer entspannten Reise, leckerem Essen und größeren Komplikationen beim Ergattern eines Angelplatzes, konnten wir nun im wahrsten Sinne des Wortes in den „BEAST MODE“ switchen! Wir beobachteten zunächst das wilde Treiben am Wasser. Was wir sahen ähnelte Luftangriffsszenen aus Kriegsfilmen. Wo man hinschaute schlugen Futterraketen in den See ein. Jeder sagte, dass die Fische positiv darauf reagieren würden und es mit Futternachschub verbinden würden. So ganz konnten wir diesen „Zusammenhängen“ keinen Glauben schenken. Gerade die begehrten Großfische über 20kg haben einige Jahre in so einem Gewässer verbracht. Die Vorstellung, dass die dicken Jungs bei so viel Angeldruck immer noch keinen Verdacht schöpfen sollen, schien uns abstrus. Während des Camp Aufbaus nahm die Windgeschwindigkeit stetig zu. Bei Böhen bis 90km/h ein Zelt aufzubauen ist das Eine, gegen solche Winde mit Wurftechniken anzufüttern das Andere! Wir entschieden uns zunächst dafür, nur hochattraktive Singlehookbaitfallen auszulegen und auf weniger Wind zu hoffen. Vielleicht ließ sich an der ein oder anderen Rute schonmal Aktion ausmachen und so weitere Informationen sammeln.
 
 
Unsere Strategie ging voll auf.
 
Mike hatte auf seiner Seite des Platzes wohl eine Schule Karpfen abgepasst und konnte in drei Stunden 4 „kleinere“ Warm Up Carps verhaften! In einer schlafarmen, aber strategiegesprächsreichen Nacht tüftelten wir unseren Plan für alle erdenklichen Bedingungsszenarien aus. Am nächsten Morgen machten wir uns bei nachlassendem Wind daran einen großflächigen Futterplatz aufzubauen. Wir entschieden uns dafür, unsere gepimpten Edelmurmeln auf einer ca. 30 auf 15m großen Fläche zu verteilen. Diesen Platz versuchten wir so weit draußen wie möglich anzulegen. In diesen Bereichen des Sees (ca. 120m+) kennen die Fische meist nur durch Futterraketen haufenweise angeordnetes Futter mit extremvielfältigen Futtermixen, Partikeln usw…
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Wir nahmen viel Ungemütlichkeit und Aufwand auf uns und stiefelten mit Wathosen über 20m in den See um mit Wurfrohren die fürs Sticken getunten Baits auf diese Distanzen zu bringen und ein möglichst natürliches (versprengtes und gleichmäßig verteiltes) „Nahrungsvorkommen“ zu erzeugen. Sobald der Wind nach lies oder gar gänzlich abflaute, sprangen wir in die Hosen und feuerten was das Zeug hielt. Dass uns einige Angelnachbarn für verrückt erklärten störte uns nicht, da wir schon nach kurzer Zeit unsere Matten befeuchten durften. Die Strategie ging voll auf. Auch die großen Exemplare des Gewässers nahmen noch am selben Tag unseren Platz voll an!
 
Auf unserem Großspot legten wir in ausreichendem Abstand 3 Montagen ab. Die anderen Ruten platzierten wir leicht außerhalb des Platzes. Unsere Montagen hielten wir denkbar schlicht aber dennoch mit dem gewissen Unterschied. An einem 4er Super Gap Haken im BlowOut-Rig-Style gebunden, fischten wir einen selbst erstellten Dumble. Ein 2/3 Solution Sinker in der Größe 20mm zusammen mit einem in Beastliquid gedipten 2/3 SlowSinking BEAST-Hookbait in 20mm. Das ergibt einen schwerelosen, „natürlich pendelnden“ und kontrastreichen BigFish Verführer! Nachdem wir uns am zweiten Abend eingegrooved hatten, kam es in beängstigender Regelmäßigkeit zu guten Fängen.
 
Jetzt aber schleunigst ans Wasser! Viele Abenteuer am Wasser und fettes Petri wünscht euch
 
Euer Lorenz
Team R&L Baits

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